|
Heidemarie Ziebandts Bilder, welche die Linie zum Thema haben, strahlen eine meditative Stille und Konzentration aus. Adern, verzweigen sich unentwegt, Linien fließen, rieseln, schlängeln sich. Strich um Strich, Schicht auf Schicht trägt sie auf, sorgfältig und überlegt, und verwirkt die Linie zu einem dichten Gewebe. Vergangenes wird von Gegenwärtigem überlagert. Zeit spielt dabei eine wichtige Rolle: der Augenblick, die verfließende oder verdichtete Zeit, lineare und zyklische Abläufe, Vergänglichkeit. Immer stehen Bewegung, Veränderung, Verwandlung und damit prozesshafte Vorgänge, die im Leben verankert sind, im Zentrum ihres Denkens und künstlerischen Handelns.
Zitat: Dr. Heidrose Langer, Einführungsrede zur Ausstellung "wiederholenwiederholen",
pro arte ulmer kunststiftung, Ulm/Donau
15. Januar 2010.
Die Farbe ist Rezeptur und Zutat für einen sinnenhaften Ausdruck. Immer stellt sie sich in den Dienst der künstlerischen Erforschung von Wahrnehmungsphänomenen. In einem offenen Spektrum zwischen reinbunten Farben und gedeckten Mischtönen, zwischen Warm und Kalt, Hell und Dunkel verdichtet sich die Malerei zu Bilderscheinungen von verführerischer Anziehungskraft und rätselhafter Uneindeutigkeit.
|
|
Formale Rhythmen, grafische
Verschlingungen
und semantische Anatomien entstehen. Als wesentliches Ausdruckselement arbeitet die Künstlerin mit Überlagerungen und Schichtungen. Sie offenbaren einen ambivalenten, aus
Intuition und Kalkül gespeisten Vorgang der Bildwerdung.
Heidemarie Ziebandts Bildsprache lebt aus dem gezielten Einsatz von Gegensätzen und Korrespondenzen. So entspricht die häufig auftretende Zweiteilung in Farbe, Helligkeit und Struktur deutlich voneinander geschiedener Bildhälften jenen grundlegenden Antipoden in ihrem künstlerischen Werk. Es sind Bilder von der Methode mit der Wirklichkeit umzugehen.
Zitat: Dr. Stefanie Dathe, Einführungsrede
zur Ausstellung
im Herz-Zentrum Bodensee II, Konstanz
11. Januar 2007.
Das Chaos
der Freiheit wird eingebunden in eine Ordnung, die mehrfach konzipiert
und wieder aufgelöst wird, so dass Spuren des Schaffensprozesses
sichtbar bleiben. Heidemarie Ziebandt verbindet biomorphe Formen mit netzartigen Strukturen,
die sie rythmisch gestaltet.
Zitat: Ingeborg Bauer, Einführungsrede
zur Ausstellung "Schichtung – im kleinen Format",
Galerie
Kunstraum_haerten, Jettenburg
19. Dezember 2004.
|